Die Flugzeugentführung von Entebbe und die deutsche Linke

Film & Diskussion
22. Mai 19.00 Uhr KulturCafe

Wir wollen an diesem Abend an ein fast vergessenes Ereignis der Geschichte und an einen Bruchpunkt der deutschen Linken nach 1968 erinnern: Am 27. Juni 1976 entführte ein deutsch-palästinensisches Terrorkommando eine Air France-Maschine von Athen nach Entebbe in Uganda. Gefordert wurde die Freilassung von inhaftierten Mitgliedern diverser antiimperialistischer Gruppen in Israel und der Bundesrepublik. Nach einigen Tagen wurden unerwartet die meisten Geiseln freigelassen, allein die zuvor gewaltsam von den übrigen Passagieren getrennten Israelis und Juden wurden weiter festgehalten und mit dem Tod bedroht.
Erst ein riskanter Kommandoeinsatz der israelischen Spezialeinheit Sayeret Matkal befreite in der Nacht auf den 4. Juli 1976 die jüdischen Geiseln. Danach diskutierte die zuvor eher peinlich berührte anstatt empörte Öffentlichkeit, und mit ihr die deutsche Linke, nicht die Selektion von Juden und Nicht-Juden, sondern die Verletzung ugandischer Souveränität durch einen ‚Blitzkrieg‘-Angriff. Für einige Linke allerdings war dieses Ereignis ein einschneidender Wendepunkt: Zum ersten Mal nach dem 8. Mai 1945 hatten Deutsche öffentlich nicht nur Einspruch, sondern die Waffen und eine nicht mehr nur sekundär antisemitische Stimme gegen Israelis und Juden erhoben…

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