Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung – Zur Vermittlung von Kulturrelativismus und Universalismus
Referent: Janne Mende
8. November 19.00 Uhr KulturCafe

Die Frage, inwiefern kulturelle Praktiken einerseits als Kulturgut besonders schützenswert oder anerkennungswürdig seien, andererseits im universellen Anspruch, im ‚Blick von außen’ kritisiert werden können, beschäftigt die Sozialwissenschaften bis heute. Besonders brisant wird die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung/-beschneidung unter diesen zwei sich diametral gegenüber stehenden Perspektiven diskutiert. Im Vortrag soll einer vermittlungslogischen Möglichkeit nachgegangen werden, die emanzipatorischen Dimensionen beider Seiten in den Blick zu nehmen, ihre repressiven Aspekte aufzuheben und die Perspektive auf Verringerung von Leiden substantiell zu füllen.

Janne Mende ist Politikwissenschaftlerin, promoviert an der Uni Gießen zur Problematik von Kultur, Identität und Gruppenzugehörigkeit am Beispiel kollektiver Menschenrechtsforderungen und zur Frage eines Maßstabs für Kritik. Aktuelle Veröffentlichung: Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung. Zur Vermittlung von Kulturrelativismus und Universalismus, Bielefeld: Transcript Verlag. Weitere Veröffentlichungen u.a.: Kultur, Volk und Rasse. Die deutsche Ethnologie im Nationalsozialismus und ihre Aufarbeitung, in: Anthropos, Internationale Zeitschrift für Völker- und Sprachenkunde, Jg. 106/2011, Nr. 2.

Unsere Termine im Wintersemester 2011/12:
8. Oktober: 20 Jahre „Kaltland“ – Die deutschen Pogrom-Jahre 1991-94 und ihre Folgen
25. Oktober: Über Rowdys und „Fidschis klatschen“ – Fußballfans zwischen DDR und Wende
8. November: Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung – Zur Vermittlung von Kulturrelativismus und Universalismus (in Kooperation mit der Roten Ruhr Uni / Beginn: 19:00)
15. November: Neues von der „Spätzlestasi“ – Der Einsatz des LKA-Spitzels „Simon Brenner“ gegen die linke Szene in Heidelberg
22. November: Die Welt verändern ohne die Macht zu übernehmen – Soziale und politische Bewegungen in Mexiko
29. November: „Wandersplitter – Eine Anti-Biographie“- Zur Erinnerung an Thomas Harlan (1929-2010)
6. Dezember: Schwarz werden – „Afroamerikanophilie“ in den 1960er und 1970er Jahren
13. Dezember: Autonome Nationalisten – Neonazismus in Bewegung
20. Dezember: „Totgesagte leben länger: warum heute noch Karl Marx lesen?“ – Einführung in die Kritik der Politischen Ökonomie
10. Januar: Kritische Theorie: Eine Einführung – Der Begriff der Natur in der Kritischen Theorie
17. Januar: „Unsere Opfer zählen nicht“ – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg
Wenn keine Zeitänderung angegeben wurde, finden die Veranstaltungen um 18:30 im KulturCafé statt.