PolDi - Der politische Dienstag an der RUB http://PolDi.blogsport.de Fri, 18 May 2012 19:32:22 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Die Flugzeugentführung von Entebbe und die deutsche Linke http://PolDi.blogsport.de/2012/05/17/die-flugzeugentfuehrung-von-entebbe-und-die-deutsche-linke/ http://PolDi.blogsport.de/2012/05/17/die-flugzeugentfuehrung-von-entebbe-und-die-deutsche-linke/#comments Thu, 17 May 2012 21:49:12 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2012/05/17/die-flugzeugentfuehrung-von-entebbe-und-die-deutsche-linke/
Film & Diskussion
22. Mai 19.00 Uhr KulturCafe

Wir wollen an diesem Abend an ein fast vergessenes Ereignis der Geschichte und an einen Bruchpunkt der deutschen Linken nach 1968 erinnern: Am 27. Juni 1976 entführte ein deutsch-palästinensisches Terrorkommando eine Air France-Maschine von Athen nach Entebbe in Uganda. Gefordert wurde die Freilassung von inhaftierten Mitgliedern diverser antiimperialistischer Gruppen in Israel und der Bundesrepublik. Nach einigen Tagen wurden unerwartet die meisten Geiseln freigelassen, allein die zuvor gewaltsam von den übrigen Passagieren getrennten Israelis und Juden wurden weiter festgehalten und mit dem Tod bedroht.
Erst ein riskanter Kommandoeinsatz der israelischen Spezialeinheit Sayeret Matkal befreite in der Nacht auf den 4. Juli 1976 die jüdischen Geiseln. Danach diskutierte die zuvor eher peinlich berührte anstatt empörte Öffentlichkeit, und mit ihr die deutsche Linke, nicht die Selektion von Juden und Nicht-Juden, sondern die Verletzung ugandischer Souveränität durch einen ‚Blitzkrieg‘-Angriff. Für einige Linke allerdings war dieses Ereignis ein einschneidender Wendepunkt: Zum ersten Mal nach dem 8. Mai 1945 hatten Deutsche öffentlich nicht nur Einspruch, sondern die Waffen und eine nicht mehr nur sekundär antisemitische Stimme gegen Israelis und Juden erhoben…

Wir zeigen dazu den israelischen Spielfim „Mivtsa Yonatan (Operation Thunderbolt)“ (OmEngU , 1977. R: Menahem Golan, D: Yehoram Gaon, Klaus Kinski) und wollen danach mit euch zusammen dieses historische Ereignis, dessen israelische Wahrnehmung und den linken Antisemitismus diskutieren.

In Kooperation mit dem

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2012/05/17/die-flugzeugentfuehrung-von-entebbe-und-die-deutsche-linke/feed/
Extremismusklausel an der RUB http://PolDi.blogsport.de/2012/05/09/extremismusklausel-an-der-rub/ http://PolDi.blogsport.de/2012/05/09/extremismusklausel-an-der-rub/#comments Wed, 09 May 2012 17:59:35 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2012/05/09/extremismusklausel-an-der-rub/
Misstrauen als anti-linke Strategie von Kristina Schröder bis zur Ruhr-Uni Bochum
Referent: Mitglied der DGB Jugend NRW – Arbeitskreis Rechtsextremismus
15. Mai 19.30 Uhr KulturCafe

Kristina Schröder (CDU, Familienministerin) hat unter viel Kritik (SPD, Grünen, Linke, DGB) als Förderungsbedingung ihres Ministeriums eine Klausel eingeführt die alle Förderpartner zwingt eine Bekenntniserklärung zur freiheitlich Demokratischen Grundordnung zu unterschreiben. Die Einführung dieser Klausel beruht auf der Extremismustheorie nach Backes und Jesse deren Wissenschaftlichkeit in der Fachwelt schwer in Frage gestellt wurde. Förderpartner werden durch den Bekenntniszwang unter antidemokratischen Generalverdacht gestellt.
In der Praxis erweist sich die Klausel als ein strategisches Mittel der Konservativen um unliebsame Linke Bündnisse zu zerschlagen weil Bündnismitglieder um ihre Förderungswürdigkeit fürchten müssen.

Der derzeitige AStA (NaWi, Jusos, IL, GeWi) führt auf eigene Initiative ebenfalls den Bekenntniszwang für Initiativen ein. Die Initiativen an der RUB wehren sich in einem offenen Brief und verlangen restlose Streichung der Klausel. Es droht ein Eklat.

In unserem Vortrag sollen die Hintergründe der Extremismustheorien und der Extremismusklausel geklärt werden. Auf dieser Basis wird die derzeitige AStA Politik fundiert kritisiert. Im Anschluss gibt es Raum für Nachfragen und eine offene Diskussion.

Weitere Informationen:
www.extrem-demokratisch.de

Zum Hintergrund:
Offener Brief von Bochumer Initiativen
Offener Brief des FSR SoWi

Stein des Anstoßes: „(1) Initiativen, welche durch die Studierendenschaft der Ruhr-Universität Bochum gefördert werden, müssen
a) sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen, und
bestätigen, dass sie diese in keinster Weise ablehnt, oder Tendenzen der Abschaffung dieser verfolgt“ aus dem Koaliationsvertrag von NAWI, Jusos, IL und GEWI, Neuerung seitens dieser Listen.

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2012/05/09/extremismusklausel-an-der-rub/feed/
8.Mai – Niederlage oder Befreiung? http://PolDi.blogsport.de/2012/05/06/8-mai-kampf-bis-zum-letzten-mann/ http://PolDi.blogsport.de/2012/05/06/8-mai-kampf-bis-zum-letzten-mann/#comments Sun, 06 May 2012 20:26:19 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2012/05/06/8-mai-kampf-bis-zum-letzten-mann/
8.Mai – Niederlage oder Befreiung?
Das Ende des Zweiten Weltkrieges und seine Wahrnehmung.

8. Mai 19.00 Uhr KulturCafe

Spätestens seit der Landung der Alliierten in der Normandie kann die Niederlage des Deutschen Reiches als besiegelt gelten.
Doch obwohl dies auch der Führung des Reiches nicht verborgen bleiben konnte, hat das Reich, trotz der sich anbahnenden militärischen Katastrophe, unerbittlich weiter gekämpft. Weder in der Bevölkerung noch in den Reihen der Militärs fand sich ein flächendeckender Widerstand, sondern der Wille zum Weiterkämpfen. Gleichzeitig zeigt sich rund um die Kapitulation in der zweiten Maiwoche auch ein erstaunlich gegenteiliges Bild: Mit der Kapitulation verebbte der Kriegswille und die wenigen „Werwolfgruppen“, die die Niederlage auch nach der Kapitulation nicht hinnehmen wollten, fanden kaum Rückhalt in der Bevölkerung.
Was waren die Gründe und Ursachen dafür, dass der Wille „bis zum letzten Mann“ zu kämpfen so lange anhielt und doch so plötzlich umschlug? Und was bedeutet dies für die Wahrnehmung der Kapitulation? Galt sie der Bevölkerung wirklich als die ‚Befreiung‘, wie sie seit Weizsäcker am 8.Mai in der Bundesrepublik gefeiert wird, oder doch als ‚Niederlage‘, ‚Stunde Null‘ oder gar als ‚Tag des Sieges‘, wie ihn die DDR und UdSSR einen Tag später zelebrierten?
Daher wird sich Poldi passend am 8.Mai mit den die Antrieben und Überzeugungen des Reiches in den letzten Kriegswochen beschäftigen und einen Überblick darüber geben, welche Debatten und Begriffe die Beschäftigung mit der Kapitulation Nazideutschlands geschichtspolitisch prägen.

In Kooperation mit dem

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2012/05/06/8-mai-kampf-bis-zum-letzten-mann/feed/
„Unsere Opfer zählen nicht“ http://PolDi.blogsport.de/2012/01/16/unsere-opfer-zaehlen-nicht/ http://PolDi.blogsport.de/2012/01/16/unsere-opfer-zaehlen-nicht/#comments Mon, 16 Jan 2012 09:57:07 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2012/01/16/unsere-opfer-zaehlen-nicht/
Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg.
Referent: Karl Rössel
17. Januar 18.30 Uhr KulturCafe

Millionen Soldaten aus Afrika, Asien und Ozeanien haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus sowie vom japanischen Großmachtwahn zu befreien. Allein Indien stellte 2,5 Millionen Kolonialsoldaten und China hatte mehr Opfer zu beklagen als Deutschland, Italien und Japan zusammen. Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt. Japanische Militärs verschleppten zudem Hunderttausende Frauen aus Asien in ihre Frontbordelle. Rekruten aus den Kolonien, ob Freiwillige oder Zwangsverpflichtete, mussten sich mit weniger Sold, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre «weißen Kameraden» zufriedengeben. In der Dritten Welt gab es allerdings nicht nur Opfer, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte, die im Krieg an deren Seite kämpften – von Nordafrika über Palästina, den Irak und Indien bis nach Indonesien.
Das Buch „Unsere Opfer zählen nicht“ – die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg (Verlag Assoziation A, Hamburg/Berlin), herausgegeben von Recherche International e.V. und dem Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln, erinnerte 2005 erstmals an dieses vergessene Kapitel der Geschichte. Es entstand auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zahlreicher Interviews mit Veteranen, ZeitzeugInnen und HistorikerInnen in 30 Ländern und gibt erstmals einen Überblick über die weitreichenden Folgen des Zweiten Weltkriegs in der Dritten Welt. 2008 sind zudem Unterrichtsmaterialien zum Thema mit Originaltönen von ZeitzeugInnen auf einer beiliegenden CD erschienen. Seit 2009 tourt eine Wanderausstellung zum Thema durch verschiedene Städte. (Weitere Infos zum Projekt: www.3www2.de)

Karl Rössel arbeitete von 1983 bis 2011 im Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln als Autor für Hörfunk und Printmedien zu internationalistischen Themen. Buchveröffentlichungen u.a. über die Geschichte der Dritte Welt-Bewegung in der Bundesrepublik, den vergessenen Krieg in der Westsahara, den Missbrauch deutscher Entwicklungshilfe zur Aufstandsbekämpfung auf den Philippinen und die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg.

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2012/01/16/unsere-opfer-zaehlen-nicht/feed/
Kritische Theorie: Eine Einführung http://PolDi.blogsport.de/2011/12/26/kritische-theorie-eine-einfuehrung/ http://PolDi.blogsport.de/2011/12/26/kritische-theorie-eine-einfuehrung/#comments Mon, 26 Dec 2011 20:47:29 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2011/12/26/kritische-theorie-eine-einfuehrung/
Der Begriff der Natur in der Kritischen Theorie
Referent: Georg Spoo
10. Januar 18.30 Uhr KulturCafe

Die „Kritische Theorie“ umfaßt bekannte Denker wie Adorno, Marcuse oder Horkheimer und ist untrennbar mit Begriffen verbunden die fast zu Schlagwörtern geworden sind. Worte wie Kulturindustrie, die autoritäre Persönlichkeit oder Verdinglichung finden sich – mal mehr und mal weniger bestimmt – in zahlreichen Diskussionen wieder. Dass sie so einen bleibenden Einfluß gewinnen konnte liegt sicherlich nicht nur an dem Einfluss den die Denker selber hatten, sondern an ihrer Grundkonzeption. Die Kritische Theorie bezog die Marxsche Kritik kapitalistischer Produktion radikaler als die meisten anderen Marxisten auf alle Sphären der bürgerlichen Gesellschaft. Phänomene wie Kultur, Ideologie oder Theoriebildung rücken immer stärker in den Mittelpunkt. Im Angesicht der zu ihrer Gründungszeit entstehenden autoritären Staaten – wie dem nationalsozialistischen Deutschland – und dem scheitern der antifaschistischen und revolutionären Bewegungen kritisiert die Kritische Theorie außerdem die ungebrochene Hoffnung auf eine unumgehbare Revolution und die oft als ihr Motor betrachtete Arbeiterbewegung. Stattdessen bezog sie die dogmatischen Strömungen des Marxismus ebenso in ihre Kritik ein, wie Versuche einer individuellen Befreiung. Dadurch verlagert sie sich auf eine theoretische und kritische Haltung gegenüber der Gesellschaft der ein direkter Praxisbezug auf den ersten Blick zu fehlen scheint.

In diesem Vortrag sollen die Grundideen der Kritischen Theorie, und ihr radikal kritisches Potential anhand eines ihrer zentralen Themen entfaltet werden – nämlich der Natur und ihrer Beherrschung durch den Menschen. Auch wenn Natur auf den ersten Blick mit Gesellschaft nichts zu tun zu haben scheint, bildet sie das Zentrum der Philosophie der meisten kritischen Theoretiker, allen voran Adornos. Grundlegend für das Interesse an ihr ist Adornos These, dass gesellschaftliche Verhältnisse immer Naturverhältnisse und Naturverhältnisse stets gesellschaftliche Verhältnisse sind. Die Beherrschung von Menschen durch Menschen ist der Kritischen Theorie zufolge nicht von der Beherrschung der Natur ablösbar. In der völligen Unterwerfung der Natur liegt ebenso eine Form von Herrschaft, wie in der menschlichen Selbstunterwerfung unter die Natur. Beide Formen werden als die gegenwärtigen Muster des gesellschaftlichen Naturverhältnisses kritisiert, denen die Utopie einer Versöhnung von Mensch und Natur gegenüberstellt wird. Daher soll nachvollzogen werden wie das Konzept der Natur(beherrschung) verstanden werden muss und gezeigt werden wie sich aus der Kritik der Naturbeherrschung eine Gesellschaftskritik ausbilden konnte. Es soll nachvollziehbar werden was die Kritische Theorie wollte und will.

Georg Spoo lebt und studiert in Freiburg.

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2011/12/26/kritische-theorie-eine-einfuehrung/feed/
Totgesagte leben länger: warum heute noch Karl Marx lesen? http://PolDi.blogsport.de/2011/12/14/totgesagte-leben-laenger-warum-heute-noch-karl-marx-lesen/ http://PolDi.blogsport.de/2011/12/14/totgesagte-leben-laenger-warum-heute-noch-karl-marx-lesen/#comments Tue, 13 Dec 2011 22:16:44 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2011/12/14/totgesagte-leben-laenger-warum-heute-noch-karl-marx-lesen/
Einführung in die Kritik der Politischen Ökonomie
Referentin: Anne Steckner
20. Dezember 18.30 Uhr KulturCafe

Was ist Kapitalismus? Diese komplexe Frage stellte sich schon Karl Marx. In seinem theoretischen Hauptwerk ‚Das Kapital‘ setzt er sich mit den Grundlogiken kapitalistischer Vergesellschaftung auseinander und untersucht, wieso wir zwar verstehen und kritisieren können, wie Kapitalismus funktioniert, aber zugleich in ihm (über)leben und handeln müssen. Die Kritik der Politischen Ökonomie kann zeigen, was unsere Alltagsvorstellungen über uns und die Gesellschaft mit eben diesen Verhältnissen zu tun haben. Analyse und Kritik sind bei Marx eng aufeinander bezogen. Welche Erklärungskraft die Marxsche Theorie heute noch hat und was sie für politische Intervention taugt, ist Gegenstand dieser Einführung durch Anne Steckner.

Anne Steckner ist freiberuflich in der politischen Bildung tätig und Promotionsstipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema Kapitalismus und Religion in der Türkei.

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2011/12/14/totgesagte-leben-laenger-warum-heute-noch-karl-marx-lesen/feed/
Autonome Nationalisten http://PolDi.blogsport.de/2011/12/07/autonome-nationalisten/ http://PolDi.blogsport.de/2011/12/07/autonome-nationalisten/#comments Tue, 06 Dec 2011 22:18:56 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2011/12/07/autonome-nationalisten/
Neonazismus in Bewegung
13. Dezember 18.30 Uhr KulturCafe

Schwarz vermummte Jugendliche hinter bunten Transparenten, Slogans wie „Smash Capitalism!“ oder „Fight the system!“: Mit den ,Autonomen Nationalisten’ (AN) ist eine neue Generation von Neonazis in Erscheinung getreten, die deren bisherigem Klischeebild komplett widerspricht. Stilistisch angelehnt an jugendkulturelle Ausdrucksformen der Linken, sorgten diese ,neuen Nazis’ gleichermaßen für allgemeine Irritation wie für Sogwirkung in der extremen Rechten. Eine eingehende wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Phänomen stand bislang aus. Erstmalig werden in dem vorgestellten Sammelband umfassend Herausbildung, Entwicklung und Wirkungsmächtigkeit der AN analysiert. Inszenierungspraxen, Selbstbild und Weltanschauung werden ebenso untersucht wie das Verhältnis zur NPD, aber auch die Lebenswelt der Akteure. Der unterschiedlichen Situation in den Bundesländern wird durch Beiträge zur regionalen Entwicklung Rechnung getragen, ergänzt um einen Blick auf die internationale Rezeption. Abgeschlossen wird der Sammelband durch sozial- und kulturhistorische Bezüge sowie eine theoretische Verortung unter Einbeziehung verschiedener Ansätze der sozialwissenschaftlichen Bewegungsforschung.

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2011/12/07/autonome-nationalisten/feed/
Schwarz werden http://PolDi.blogsport.de/2011/12/02/schwarz-werden/ http://PolDi.blogsport.de/2011/12/02/schwarz-werden/#comments Fri, 02 Dec 2011 12:10:15 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2011/12/02/schwarz-werden/
„Afroamerikanophilie“ in den 1960er und 1970er Jahren
Referent: Moritz Ege
6. Dezember 18.30 Uhr KulturCafe

»Black Power«-Solidarität und Soul-Musik, blonde »Afros« und schwarz-weiße Werbekampagnen: Afroamerikanisches und »Schwarzes« hatte in verschiedenen Feldern der Gegen- und Popkultur der Bundesrepublik um 1968 Konjunktur, symbolisch und politisch. Ging es dabei um eine Erweiterung des politischen und ästhetischen Horizonts, um reale Interaktionen, um »Fluchtlinien« aus hegemonialen Subjektivitäten? Oder doch eher um Projektionen in der Tradition von Primitivismus und Exotismus? Der Vortrag zeigt Formen und Hintergründe der »Afroamerikanophilie« auf und stellt Grundzüge von Aneignungspraktiken und damaligen Debatten um das Thema vor. Er zeichnet damit ein ungewohntes Bild der Zeit um 1968, als in den USA ein zunehmend »exklusives« afroamerikanisches Selbstbewusstsein entstand und die »weiße« Suche nach imaginären Einlassstellen in die »schwarze« Welt an vielen Orten zugleich eine neue Qualität gewann. Fragen nach dem Zusammenspiel von Identifikation und Solidarität, Rassismus, Aneignung und Nachahmung werden an historischen Beispielen ausgeführt, lassen sich aber auch mit Blick auf die Gegenwart diskutieren.

Moritz Ege ist Autor des titelgebenden Buches und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kulturwissenschaftlichen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2011/12/02/schwarz-werden/feed/
„Wandersplitter – Eine Anti-Biographie“ http://PolDi.blogsport.de/2011/11/24/wandersplitter-eine-anti-biographie/ http://PolDi.blogsport.de/2011/11/24/wandersplitter-eine-anti-biographie/#comments Thu, 24 Nov 2011 14:34:07 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2011/11/24/wandersplitter-eine-anti-biographie/
Zur Erinnerung an Thomas Harlan
(1929-2010)

29. November 18.30 Uhr KulturCafe

Wir erinnern durch seine ‚eigenen‘ Worte an den vor einem Jahr am 16. Oktober 2010 in Berchtesgaden verstorbenen Thomas Harlan. Als der schwer Lungenkranke bereits auf ein Zimmer in einer Heilanstalt gegenüber Hitlers vormaligen Berghof beschränkt war, versuchte er in dem gemeinsam mit Christoph Hübner von 2001 bis 2005 realisierten Interviewfilm „Wandersplitter“ diesen physisch eingeengten Raum nochmals zu überspringen und die Erfahrungen seines Lebens erzählend einzuholen. Er, liebender Sohn von Veit Harlan („Jud Süß“) und auch deshalb Brandstifter und engagierter Antifaschist, früh und noch oftmals aus Deutschland exilierter und sich selbst exilierender Reisender, Internationalist und Kosmopolit, nach Frankreich, Israel, in die Sowjetunion, Italien, Portugal, Chile, die USA, Freund von Marc Sabathier-Levêque, Gilles Deleuze, Klaus Kinski, Fritz Bauer, Giangiacomo Feltrinelli. Schriftsteller, von der Wahrheit in der Sprache Getriebener und auf eine bestimmte Weise deshalb erfolgreichster „Nazi-Jäger“ der 60er Jahre, zum Aufbau einer portugiesischen landwirtschaftlichen Kooperative und zur Gewalt des postnazistischen Deutschland und ’seiner‘ Nazis arbeitender Revolutionär und Aktivist, Dokumentierer und Filmemacher. Aus den Brüchen und „Unfällen“ (Harlan) die diese, und letztlich jede Biographie bedeuten, entsteht so vor unseren Augen, reflektierend, springend, denkend, abbrechend, eine subjektive, aber alles andere als ’schicksalhafte‘ Einheit suggerierende „Anti-Biographie“, nicht nur seiner selbst.

Thomas Harlans erzählerisches Werk erschien im Eichborn Verlag, Berlin. Seine Gesammelte Werke erschienen im Rowohlt-Verlag, Hamburg. Ein Teil seiner Filme liegt in der Edition Filmmuseum, München auf DVD vor.
www.thomasharlan.com

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2011/11/24/wandersplitter-eine-anti-biographie/feed/
Über Rowdys und „Fidschis klatschen“ http://PolDi.blogsport.de/2011/10/21/ueber-rowdys-und-fidschis-klatschen/ http://PolDi.blogsport.de/2011/10/21/ueber-rowdys-und-fidschis-klatschen/#comments Fri, 21 Oct 2011 16:38:40 +0000 Administrator Allgemein http://PolDi.blogsport.de/2011/10/21/ueber-rowdys-und-fidschis-klatschen/
Fußballfans zwischen DDR und Wende
Referent: Mark Haarfeldt
25. Oktober 18.30 Uhr KulturCafe

Obwohl die Implosion der DDR als friedliche Revolution in die Geschichtsbücher einging, war in der Zeit zwischen den Leipziger Montagsdemos 1989 und der „Wiedervereinigung“ Gewalt gegen „Ausländer“ und nicht dem urdeutschen Ideal entsprechenden Menschen eine alltägliche Erscheinung. Die Progrome von Hoyerswerda und Rostock untermauerten das Stereotyp, dass der „Osten“ ein riesiges Potential von neonazistischen Jugendlichen besaß. Doch woher kamen plötzlich diese gewaltbereiten jungen Männer, die 1990 in den Innenstädten „Volksjustiz“ an vietnamesischen Hütchenspielern ausübten?

Die Fußballfankultur in der DDR nahm seit den 1970er Jahre einen hohen Stellenwert vor allem bei männlichen Jugendlichen ein. Die internationalen Erfolge der DDR-Clubs begeisterten zehntausende Menschen und schufen zugleich nun den Raum für Artikulationen außerhalb des konformistischen Verhaltenskodex der SED. Der Staat reagierte mit repressiven Maßnahmen, so dass ein Teil der Fanszene Fußball nicht nur als Sport, sondern zugleich als Möglichkeit ansah, ihre oppositionelle Haltung auszudrücken. Antikommunistische Parolen oder provozierende Plakate wurden zum Standardrepertoire vieler Vereinsfans. Der Zusammenbruch der DDR katalysierte diesen Trend enorm. Durch die Unterstützung von westdeutschen Neonazikadern etablierte sich schnell eine Struktur, die nicht nur beim Fußball, sondern auch bei anderen Gelegenheiten mit Gewalt gegen „Feinde“ vorging.

]]>
http://PolDi.blogsport.de/2011/10/21/ueber-rowdys-und-fidschis-klatschen/feed/